Grimming über SO-Grat (SG II+) und Multereck (A/B)

Der Grimming, ein langersehntes Wanderziel habe ich mir heute erfüllt. Und damit sich die lange Anreise auch auszahlt ging es über den SO-Grat hinauf und über das Multereck hinunter.

Der Wecker klingelte um kurz nach 2:00 Uhr, nach einem kräftigen Kaffee machte ich mich dann über Wildalpen, St. Gallen und Liezen auf den Weg nach Niederstuttern (650m). Dort gibt es einen kleinen Parkplatz für die Grimminggeher, heute war dort um 5:00 Uhr noch nicht viel los.

Start am Parkplatz in Niederstuttern

Zuerst ging es durch den kleinen Ort bis zur ersten Abzweigung, von da an weiter über schöne Waldwege in knapp 45 Minuten hinauf zur Grimminghütte (966m). Für eine Einkehr war es jetzt natürlich noch viel zu früh.

Vorbei an der Grimminghütte

Unterhalb der Hütte ist auch der Wegweiser, hier sind die beiden Wege zum ersten Mal angeschrieben, also folgte ich dem markierten Weg weiter in die Au. Nach dem letzten Waldstück änderte sich dann die Umgebung und die Felswände stellten sich vor mir auf.

In der Au, Blich zur ersten Felswand

Die erste seilversicherte Stelle stellte kein Problem dar, das steile Felsband war rasch geschafft und so ging es dann mühsam auf einem steilen Schotterweg weiter hinauf. Am Fuß einer Felswand (ca. 1.400m) muss man sich dann entscheiden, links über den SO-Grat oder rechts über das Multereck, ich wählte für den Aufstieg natürlich den SO-Grat.

Bei der Abzweigung, es geht links weiter

Nach ein paar Minuten befand ich mich dann auch schon in der Schneegrube, dort ging es dann über Felsblöcke und einem steilen Schotterfeld hinauf zum Beginn bzw. zum Einstieg in den SO-Grat (ca. 1.800m).

Über die Felsblöcke geht es weiter

Ein Helm ist hier Pflicht, jeder der hier ohne Helm unterwegs ist handelt wirklich leichtsinnig, auch wenn (wie heute) nicht viele Wanderer unterwegs sind ist das Gelände sehr steinschlaggefährdet.

Zeit für den Helm, alles andere ist wirklich leichtsinnig

Die Gratwanderung beginnt auf eienr Plattenrampe, nach dieser kommt man zu einem kleinen Sattel von wo aus man zum ersten Mal einen tollen Tiefblick in das Ennstal präsentiert bekommt. Zwischendurch folgt dann auch immer wieder steiles, schrofiges Gehgelände, einige steile und ausgesetzte Kletterstellen sind aber immer wieder dabei, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier eine Grundvoraussetzung!

Die Plattenrampe, Blick zurück hinunter in die Schneegrube

Weiter oben galt es dann die erste Schlüsselstelle (SG 2+) zu überwinden, eine glatte, senkrechte Wand, ich persönlich hatte damit keine Probleme, aber für nicht so erfahrene Bergsteiger könnte das anders aussehen.

Kurz vor der Schlüsselstelle (SG 2+)

Danach folgen noch einige leichtere Kletterpassagen, kurz vor dem Gipfel war dann die zweite Schlüsselstelle an der Reihe, ein Felsturm muss überklettert werden, der kurze Abstieg ist etwas ausgesetzt aber mittlerweile mit deinem Seil versichert, auch das war für mich kein Problem.

Vorher noch einmal abklettern, das ist die zweite Schlüsselstelle

Danach folgten die letzten Meter hinauf, beim Ausstieg aus dem Grat empfing mich dann am Gipfel des Grimming (2.351m) ein eiskalter Wind und auch Nebel zog auf. Dennoch war die Rundumsicht und das Panorama traumhaft.

Gipfelpanorama

Nach einer kurzen Gipfelrast schaute ich dann auch noch beim Biwak vorbei, von dort aus machte ich mich dann auf den Weg hinüber zum Multereck (2.176m), dort wollte ich dann in der Sonne und auf der windgeschützten Seite noch eine Pause machen.

Blick hinüber zum Multereck, meinem nächsten Ziel für den Abstieg

Der Weg hinüber zum Multereck ist gut zu gehen, eine kleine Passage ist mit deinem Drahtseil versichert, teilweise geht es auch dort oft am Grat entlang dahin. Auch die Tiefblicke in die Schneegrube und der Ausblick hinüber zum SO-Grat sind toll.

Tiefblick nach Tauplitz, dahinter das Tote Gebirge

Nach der Pause auf der windgeschützten Sonnenseite machte ich mich auf den Weg hinunter, der Abstieg am Normalweg ist auch nicht zu unterschätzen, auch der Helm fand wieder seinen Platz auf meinem Kopf, das schützte gleichzeitig auch vor der herunterbrennenden Sonne.

Steil geht es hier herunter

Langsam ging es nach unten, der Weg ist sehr steinig und steil, hier muss jeder Schritt sitzen, in diesem Bereich kamen jetzt auch andere Wanderer herauf, die pusteten ordentlich in der Mittagssonne. Einen Helm hatten aber die wenigsten auf, auch Wanderer ohne Rucksack (Wasser?) und ohne offensichtlich passendem Schuhwerk kamen mir entgegen, kein Kommentar…

Rückblick, auch hier wieder Helmpflicht!

Weiter unten folgte dann noch eine kleine, unschwierige Klettersteigeinlage (A/B), danach erreichte ich auch schon wieder die Abzweigung, somit war die Runde geschlossen und ich war froh das gröbste geschafft zu haben.

Der Klettersteigbereich (A/B)

Der weitere Abstieg erfolgte dann auf dem schon bekannten Weg, aber auch hier ging es nur langsam nach unten, denn der lose Schotter ist in dem steilen Gelände sehr rutschig. Auch die letzte, mit dem Drahtseil versicherte Stelle war rasch geschafft, und nach der Au freute ich mich dann über ein paar „gerade“ Meter auf der Forststraße.

Noch einmal das steile Felsband nach unten

Die Grimminghütte war jetzt sehr gut besucht, auch viele kreischende und schreiende Kinder waren dort, auf das hatte ich dann keine Lust und so habe ich auf eine Einkehr verzichtet. Nach ca. 20 Minuten war ich dann auch schon wieder unten beim Auto am Ausgangspunkt meiner Wanderung.

Wieder unten im Tal, Blick zurück hinauf zum Gipfel

Es war eine wirklich tolle Tour die die weite Anfahrt auf jeden Fall wert war. Mal schauen was sich heuer noch so ausgeht.

Hier ein kleines Video der Wanderung:

Und hier die Fotos von der Wanderung auf den Grimming:

Und hier noch ein paar Details zu dieser Tour:

Distanz: 14,60 km

Höhenunterschied im Aufstieg: 1.860 Hm

Gehzeit inkl. Pausen: 8,5 Stunden

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