Ein Nachmittag am Fallenstein und am kleinen Königskogel

Weglos, weit und stürmisch, so könnte man meine Tour auf den Fallenstein (1.536m) und auf den kleinen Königskogel (1.552m) am besten beschreiben.

Die Wettervorhersage an diesem Tag war halbwegs OK, also packte ich meine Sachen und machte mich um die Mittagszeit mit dem Auto auf den Weg in die Schöneben (1.106m). Erst am Weg zum Parkplatz habe ich mir Gedanken gemacht, wo ich eigentlich hingehen will. Zuerst dachte ich an den Proles, aber irgendwie schwirrte mit der Fallenstein schon länger im Kopf herum. Normalerweise besteigt man den Fallenstein ja von der Falbersbachalm bzw. vom Dürriegel aus, ich wollte dieses Mal aber die unmarkierte Variante über die Höhenreith Alm gehen.

Schöneben

Los ging es also in der Schöneben links hinauf zum Jagdhaus und weiter zur Höhenreith Alm. Oben angekommen war es dann an der Zeit, den Einstieg zum Steig zu finden. Ich wusste zwar in etwa wo der Einstieg sein sollte, aber ich bin trotzdem die Straße entlang bis zur Kreuzung weitergegangen, um auf der anderen Seite der Alm wieder auf einem Forstweg retour zu gehen.

Eigentlich ist der Einstieg ja auch nicht zu übersehen, mittlerweile gibt es auf einem Baum eine sehr gut sichtbare Markierung mit der Aufschrift „S“ und einem Pfeil. Direkt dahinter wurde ebenfalls eine auffällige Markierung auf einem Zaunpfahl angebracht. Der Einstieg zum Steig war also gefunden, aber jetzt wurde es erst interessant. Da der Steig erst etwas oberhalb des Zaunes verläuft, musste ich mich durch den dicht bewachsenen Wald mühsam nach oben kämpfen. Vereinzelt konnte ich an den Bäumen wieder die Markierungen entdecken, wirklich hilfreich waren diese jedoch nicht mehr.

Eine unscheinbare Markierung am Baum

Nach ein paar Minuten bin ich dann auf den Steig gestoßen und konnte diesem dann folgen. Zuerst noch durch den Wald, etwas weiter oben dann über eine Freifläche und dann war der Steig als solches nicht mehr zu erkennen. Von jetzt an wurde es spannend, denn im oberen Bereich der Freifläche, oberhalb und auch unterhalb der Felsmauern gab es enorm viele Windwürfe. Mühsam suchte ich einen Weg nach oben, nicht selten bin ich in eine Sackgasse geraten. Über mir die Felsmauern, links und rechts von mir die meterhohen Windwürfe. Fotos habe ich zu diesem Zeitpunkt keine mehr gemacht, ich wollte nur mehr irgendwie aus diesem Hang herauskommen. Nachdem ich mich dann weiter links gehalten habe (eigentlich sollte man rechts unter den Felswänden gehen), entdeckte ich eine kleine Felsstufe über die ich endlich weiter hinaufgehen konnte. Oben angekommen musste ich dann aber erst wieder durch den Wald einige Höhenmeter absteigen um auf die Almwiese zu kommen, denn auch hier versperrten mir unzählige Windwürfe den Weg.

Frühlingsenzian

Auf der Almwiese erwartete mich dann allerdings ein Blumenmeer. Die gesamte Wiese war mit Petergstamm und Frühlingsenzian überzogen, der mühsame Aufstieg hatte sich also gelohnt. Weiter ging es dann über diese Wiese immer weiter hinauf, bis endlich das Gipfelkreuz vom Fallenstein in Sicht war. Am Gipfelkreuz angekommen habe ich dann für ein paar Minuten die traumhafte Aussicht genossen, denn der kalte Sturm am Gipfel war äußerst unangenehm, obwohl die Bewölkung immer weniger wurde. Nach einer kurzen Überlegung habe ich mich dann entschlossen, trotzdem auf den kleinen Königskogel weiter zu gehen. Also noch schnell meinen Eintrag in das Gipfelbuch geschrieben und dann in Richtung Dürriegelalm abgestiegen. Direkt unterhalb des Gipfels gab es dann einen tollen Blick auf die Falbersbachalm, da wollte ich aber erst später hin. Auch beim Abstieg habe ich die Wegmarkierungen vermisst, obwohl hier die normale Route auf den Fallenstein hinaufgeht, vielleicht wird hier aber erst später markiert.

Das Gipfelkreuz am Fallenstein

Unten angekommen musste ich dann wieder einige Höhenmeter zur Dürriegelalm (1.353m) aufsteigen ehe es über die Forststraße auf der anderen Seite der Alm zuerst wieder hinunter und dann hinauf zur Königsalm weiterging. Kurz vor der Königsalm (ca. 1.430m) könnte man eigentlich schon auf den kleinen Königskogel aufsteigen, ich wollte aber aufgrund einer Wanderung vor ein paar Jahren zuerst in Richtung Proles weitergehen. Wie sich herausgestellt hat, wurde meine Entscheidung mit dem Umweg aber durchaus belohnt. Kurz vor dem Sattel an der Kreuzung mit dem Weg zurück zum kleinen Königskogel am Steilhang erwartete mich wieder ein Blumenmeer. In ein paar Tagen werden die Blumen aber schon wieder verblüht sein, den Zeitpunkt habe ich also genau erwischt. Der Umweg hat sich also gelohnt und so bin ich dann wieder weglos zurück in Richtung Königsalm um auf den kleinen Königskogel aufzusteigen. Der letzte Anstieg auf den kleinen Königskogel ist ebenfalls weglos, aber leicht zu finden da man ständig das Gipfelkreuz in Sicht hat. Am Gipfel angekommen habe ich wieder die Aussicht genossen, ein Blick auf den zurückgelegten Weg vom Fallenstein und Dürriegelalm war ebenfalls möglich. Auch hier war der Wind wieder extrem unangenehm und so habe ich nur schnell ein Gipfelfoto gemacht um dann wieder ein paar Meter abzusteigen und mich vor dem Wind zu schützen.

Blick hinunter vom kleinen Königskogel zur Dürriegelalm und zum Fallenstein

Nach ein paar Minuten Pause habe ich mich dann auf den Rückweg gemacht. Zuerst ging es hinunter zur Königsalm, dann weiter hinunter in den Sattel und wieder hinauf zur Dürriegelalm. Da die Alm noch nicht bewirtschaftet ist, bin ich direkt weiter nach Falbersbach. Am Brunnen in Falbersbach ist allerdings immer für eine kühle Erfrischung gesorgt, da mir aber sowieso schon kalt war, habe ich auf die blaue Verführung verzichtet. Weiter ging es dann entlang der Straße bis in die Schöneben, dem Ausgangspunkt meiner Wanderung.

Diese Tour war mit insgesamt 446hm nicht die anspruchsvollste, durch die ganzen Gegensteigungen sind aber auch immerhin über 950hm auf einer Strecke von ca. 14km zusammengekommen.

Und hier die Fotos zu meiner Tour auf den Fallenstein und auf den kleinen Königskogel:

Und hier noch ein paar Details zu dieser Tour:

Distanz: 14,00 km

Höhenunterschied im Aufstieg: 960 Hm

Gehzeit inkl. Pausen: 4,0 Stunden

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