Großer Feistringstein und Kampl im Hochschwabgebiet

Tausende Male bin ich schon am Großen Feistringstein vorbeigefahren, doch an diesem Tag passte alles und ich konnte einen schönen Tag auf der Mitteralm verbringen.

Die Anfahrt war dieses Mal nicht so weit wie bei meinen letzten Touren ins Xeis, bis zum Wanderparkplatz nach Seewiesen (ca. 960m) sind es gerade einmal knapp 20 Minuten mit dem Auto. Um 6:30 Uhr startete ich dort meine Rundwanderung über die Mitteralm.

Start in Seewiesen

Direkt von der Hauptstraße gegenüber des Seeberghofs startet der Wanderweg Nr. 863, dieser führt über die Wiese direkt in den Wald hinein und anschließend in gemütlicher Steigung hinauf zur Hackenalm (1.071m). Nach knapp 30 Minuten erreichte ich die schöne Almfläche mit mehreren Hütten. Weiter geht es entlang der Forststraße hinauf zum Hackentörl (1.291m). Hier teilt sich der Weg und es gibt vom Hackentörl aus viele Wege, z.B. zum Oisching, nach Jauring oder eben auf die Aflenzer Bürgeralpe zum Zlackensattel.

Wegweiser beim Hackentörl

Am Weg. Nr. 865 der zum Zlackensattel führt setzte ich meine Wanderung fort, entlang des Weges wuchs unglaublich viel Eisenhut, dieser zählt zu den giftigsten Pflanzen in unserer Flora. Der Weg führt direkt unter dem Feistringstein in gemütlicher Steigung hinauf bis zum Zlackensattel (1.746m). Kurz vor dem Sattel teilt sich der Weg, links würde es zum Höchstein weitergehen, ich entscheide mich aber für die andere Richtung. Somit kürzt man einiges an Strecke ab wenn man den Höchstein nicht mitmachen will.

Blick zum Schönleitenhaus

Am Zlackensattel kann man zum ersten Mal das Panorama der Felswände vom Mitteralmturm bis zum Mitteralmkogel genießen, auch das Schönleitenhaus auf der Aflenzer Bürgeralpe bzw. Windgrube ist von hier aus gut zu erkennen. Ebenso sind die Tiefblicke in den Endriegelgraben von hier aus beeindruckend.

Das Gipfelkreuz in Sichtweite

Nach einer kurzen Pause setzte ich meinen Weg zum Feistringstein fort, nach ca. 30 Minuten war ich dann schon am Beginn des Klettersteigs, hier weist auch eine Tafel darauf hin das nur geübte den Weg auf den Gipfel antreten sollen. Der Blick zur steilen Felswand war für mich als Klettersteiganfänger doch ein wenig respekteinflößend, aber man wächst ja mit den Aufgaben. Hier war es auch an der Zeit das Klettersteigset auszupacken und anzulegen.

Warntafel vor dem Klettersteig

Zuerst geht es einige Meter bergab (A/B), diese Stellen sind auch ohne Sicherung noch leicht zu bewältigen. Unten angekommen wartet dann auch schon der steile Aufschwung (C), der die Schlüsselstelle darstellt. Gegen Ende des Klettersteiges kommt man noch einmal zu einem Aufschwung bei dem sehr wenige Tritte und Griffe zu finden sind (B/C), ehe das Gipfelplateau des Großen Feistringsteins erreicht wird.

Genau in der Bildmitte führt der Klettersteig fast gerade nach oben

Über einen schmalen Grat ging es dann noch ein paar Meter ziemlich ausgesetzt zum Gipfelkreuz, auch das stellte kein großes Problem dar, ausrutschen oder stolpern sollte man hier aber nicht! Beim Gipfelkreuz angekommen machte ich dann meine erste ausgiebige Pause und habe das Panorama genossen. Die Blicke reichen von der Aflenzer Staritzen (Seeleiten), über Mieserkogel, Krautgartenkogel, Hohe Weichsel, Mittelkuppe, Severinkogel, Hutkogel und Ringkamp bis zum Hochschwab und weiter hinaus bis zum Zagelkogel. Auch der Weg durch das Seetal von Seewiesen bis zum Höllkampl (Franzosenkreuz) ist vom Feistringstein aus komplett einsehbar.

Gipfelselfie, eh klar 😉

Nach ca. 30 Minuten am Gipfel machte ich mich dann wieder auf den Weg zurück zum Klettersteig um dort abzusteigen. Das war auch der Zeitpunkt an dem ich zum ersten Mal an diesem Tag auf andere Wanderer gestoßen bin. Nachdem auch der Abstieg erfolgreich bewältigt wurde führte mich mein Weg weiter zum Kampl (1.990m), den höchsten Gipfel der Mitteralm.

Weglos durch Latschengassen

Zuerst geht es zurück Richtung Zlackensattel, am Weg dorthin gibt es aber eine Möglichkeit den Weg etwas abzukürzen, somit muss man nicht mehr ganz bis zum Zlackensattel zurück. Dieser Weg ist nicht markiert, man erkennt anhand einer Karte aber den logischen Verlauf zur Unterstandshütte auf der Mitteralm. Von dort geht es dann am Weg Nr. 862 gemütlich weiter bis zum Kampl.

Noch ein Gipfelselfie, eh klar 😉

Das Gipfelsymbol am Kampl ist richtig originell gestaltet, ich persönlich finde das richtig sympathisch. Am Kampl ist das Panorama in alle Richtungen ebenfalls ein Traum, der Blick zur Südwand des Hochschwabs ist hier atemberaubend. Auch eine Gruppe Gämsen machte es sich etwas Abseits vom Gipfel gemütlich. Bei meinem ersten Besuch im November 2016 mit Sabine war dieses Symbol noch nicht aufgestellt, hier der Link zu unserer Wanderung vor zwei Jahren: Aflenzer Bürgeralpe und Gschirrmauerkampel

Die Voitsthalerhütte mit dem Hochschwab dahinter, richtig kitschig

Weiter ging es dann zum Fölzsattel (1.626m), einer bekannten Kreuzung für Wanderer die durch das Seetal von der Voitsthalerhütte, oder von der Fölzalm kommen. Den Weg vom Kampl zum Fölzsattel habe ich etwas unterschätzt, über eine Stunde war ich bis hierher unterwegs, nicht zuletzt weil ich den imposanten Hofertalturm genau unter die Lupe genommen habe. Das letzte Stück hinunter zum Fölzsattel war sehr schlecht zu gehen, viel Geröll und lockere Steine befanden sich am Weg, jedoch bot sich noch ein toller Blick zur Voitsthalerhütte und dem Hochschwab.

Der weitere Abstiegsweg ging dann über den Reitsteig hinunter zum Franzosenkreuz am Höllkampl und anschließend durch die untere Dullwitz bei der Florlhütte vorbei in das Seetal hinaus zum Parkplatz.

Und hier die Fotos von meiner Tour auf den Großen Feistringstein und auf den Kampl:

Und hier noch ein paar Details zu dieser Tour:

Distanz: 21,90 km

Höhenunterschied im Aufstieg: 1.210 Hm

Gehzeit inkl. Pausen: 8,5 Stunden

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