Von Seewiesen auf den Hochschwab

Heute habe ich endlich mein langjähriges Ziel erreicht, der Hochschwab ist nach einem langen und anstrengenden Anstieg bezwungen!

Lange habe ich darauf gewartet, aber an diesem Tag habe ich mir mein großes Ziel erfüllt. Gestartet bin ich um 5:00 Uhr am Parkplatz in Seewiesen (942m). Mit der Stirnlampe am Kopf ging es durch das Seetal hinein zum Lettanger und danach hinauf durch den bösen Wald zur Florlhütte (1.284m). Ohne zu viel Zeit zu verlieren bin ich gleich noch bis zum Franzosenkreuz am Höllkampl (1.449m) weitergegangen. Hier machte ich meine erste kleine Pause und habe den Sonnenaufgang genossen.

Sonnenaufgang

Normalerweise geht man ja durch die untere Dullwitz und durch die Voitsthaler Gasse zur Voitsthaler Hütte, ich habe mich aber für den Weg über den Fölzsattel (1.626m) entschieden. Über den Reitsteig geht es knapp 200hm hinauf zum Sattel, von dort geht es aber fast eben über den Ochsensteig hinüber zur Voitsthaler Hütte (1.654m).

Eingekehrt bin ich bei der Hütte nicht, dafür war es mir noch zu früh. So setzte ich meinen Weg durch die obere Dullwitz fort, ein kurzes Stück lang hatte ich auch einen lustigen und verspielten Wegbegleiter an meiner Seite.

Mein Wegbegleiter…

An der Abzweigung Graf Meran Steig/Trawiessattel (1.750m) konnte ich einen herrlichen Blick auf mein Ziel erhaschen, der Hochschwab erstrahle in der Sonne in all seiner Pracht. Am Weg hinauf am Graf Meran Steig musste ich immer wieder Schneefelder passieren, es war teilweise sehr mühsam durch den harten Schnee zu gehen. Auf der Hochfläche angekommen änderte sich dann aber das Wetter schlagartig.

Der Nebel wird dichter

Innerhalb von ein paar Minuten zog dichter Nebel auf, bei der Abzweigung zum Ochsenreichkar (2.090m) konnte ich den Weg nur noch erahnen. An dieser Stelle habe ich auch ganz kurz überlegt umzudrehen, doch ein paar Meter weiter wurde die Sicht auch schon wieder besser.

Als ich das Schiestlhaus (2.156m) zu Gesicht bekam, war vom Nebel nichts mehr zu sehen. Ganz traute ich der Sache aber nicht und so bin ich direkt weiter zum Gipfel des Hochschwab (2.277m). Nach ein paar Minuten im direkten Anstieg und einer kleinen Felspassage erreichte ich dann mein Ziel und konnte eine traumhafte und überwältigende Aussicht genießen.

Gipfelkreuz am Hochschwab

Insgesamt waren wir fünf Leute am Gipfel, kaum vorstellbar bei diesem doch stark frequentieren Berg. Das Nebelmeer Richtung Süden brachte uns alle zum staunen, Richtung Norden war die Fernsicht alerdings ausgezeichnet.

Nachdem ich am Gipfel ein paar Fotos gemacht und mich in das brandneue Gipfelbuch auf Seite 2 verewigt habe, machte ich mich wieder auf den Weg hinunter zum Schiestlhaus. Nach ca. 10 Minuten kam aber auch am Gipfel der Nebel herein und das Schiestlhaus war nicht mehr zu sehen. Da ich wusste das solche Wetterlagen am Hochschwab gefährlich werden können, ging ich gleich weiter hinunter um nichts zu riskieren.

Wegweiser in der Nähe des Weihbrunnkessels

Am Wegweiser zum Ochsenreichkar wurde die Sicht dann aber wieder besser und ich beschloss, meinen Heimweg über die Hochfläche anzutreten. Fotos habe ich am Weg über die Hochfläche nicht mehr viele gemacht, ich war ständig mit der Überquerung von Schneefeldern und der Wegsuche beschäftigt. Die Hochfläche sollte man auf keinen Fall unterschätzen, ich hätte mich insgesamt fast fünf Mal verlaufen wenn ich mein GPS nicht mit gehabt hätte, teilweise war ich schon weit weg vom Weg!

Nach ein paar anstrengenden Stunden durch das Ochsenreichkar, vorbei am Hutkogel (2.035m) und entlang der Ringkarwand, weiter vorbei am Severinkogel (2.038m) hinunter in die niedere Scharte und schlussendlich über den Krautgartenkogel (1.988m) und den Mieserkogel (1.855m) habe ich dann endlich die Seeleiten (1.734m) erreicht.

Gipfelselfie mit Blitz auf der Seeleiten :-O

Von der Seeleiten musste ich dann nur noch hinunter auf den Seebergsattel (1.253m) wo Sabine bereits mit dem Auto auf mich gewartet hat.

Insgesamt war ich 12 Stunden unterwegs und habe aufgrund der ganzen Gegensteigungen auf der Hochfläche insgesamt über 1.900hm auf 29km zurückgelegt.
Fazit: Nächstes Jahr muss ich unbedingt noch einmal rauf 🙂

Und hier noch die Bilder von meiner Tour auf den Hochschwab:

Wem der Weg von Seewiesen zum Franzosenkreuz ebenfalls interessiert, der findet hier noch ein paar Fotos von einer früheren Tour: Seewiesen – Florlhütte -Franzosenkreuz

Und hier noch ein paar Details zu dieser Tour:

Distanz: 29,00 km

Höhenunterschied im Aufstieg: 1.920 Hm

Gehzeit inkl. Pausen: 10,0 Stunden

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